Häufigste Sportverletzung: Der Meniskusriss
Ein Meniskusriss äußert sich meist durch Schmerzen an der Innen- oder Außenseite des Gelenks. Verstärkt wird der Schmerz durch Drehbewegungen des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel oder auch durch Belastung bei längerem Laufen und Treppensteigen. Typisch ist auch die so genannte „Blockierung". Da der Meniskus wichtige Funktionen im Knie erfüllt, wird bei jeder Therapie versucht, so viel Meniskusgewebe wie möglich zu erhalten. Der gerissene Meniskus wird nach Möglichkeit genäht. Meist muß jedoch der abgerissene Anteil des Meniskus entfernt werden.
Gerade bei den Knieverletzungen hat sich die Methode der Arthroskopie, der
Gelenkspiegelung, durchgesetzt. War diese Methode anfangs noch als reine
Untersuchungsmethode zur genauen Betrachtung von Gelenkflächen, Bändern und
Menisken eingesetzt, so ist sie heute als so genannte minimal invasive
Therapieform nicht mehr wegzudenken. Der Vorteil dieser Methode ist
offensichtlich: Kleine Schnitte bedeuten eine schnellere Mobilisierung und
Rehabilitation. Vor allem die Behandlung von Meniskusschäden hat vom Einsatz
dieser Methode profitiert. Es können bei verunfallten Knien kleine,
gelockerte Teilchen entfernt, Meniskus-Risse „durch das Schlüsselloch"
vernäht werden. Die Therapie dieser Meniskusschäden muss frühzeitig
geschehen. Bleibt ein geschädigter Meniskus unbehandelt, kann sich eine
Arthrose, der degenerative Gelenkverschleiß, entwickeln.
Menisken des Kniegelenks
Das Kniegelenk ist in seiner Funktionsweise das komplizierteste und das am meisten beanspruchte Gelenk. Beim Gehen oder Laufen wirkt auf jedes Knie bis zum Fünffachen - und bei Sprüngen oder Stürzen sogar bis zum Zehnfachen unseres Körpergewichts. Beim Sport aber auch bei alltäglichen Bewegungen ist es eines der am häufigsten verletzten Gelenke. Die Menisken sind Strukturen, die bei Knieverletzungen häufig beschädigt werden.
Was macht eigentlich der Meniskus?
Die Menisken sind sichelförmige Scheiben aus Faserknorpel, die sich im Kniegelenk zwischen Oberschenkel und Unterschenkel befinden. In einem gesunden Knie gibt es einen Innen- und einen Außenmeniskus. Die Menisken vergrößern die Kontaktfläche zwischen Ober- und Unterschenkelende, und reduzieren somit den Kontaktdruck der beiden knorpeligen Gelenkoberflächen. Ferner federn sie Stöße ab, stabilisieren das Kniegelenk und tragen zu seiner Schmierung bei. Die Bedeutung der Menisken für die Funktion des Kniegelenks ist heute unbestritten. Deshalb spielt die Behandlung von Meniskusverletzungen eine wichtige Rolle für den Erhalt der Kniegelenkfunktion.
Wie entstehen Meniskusverletzungen und wie kann man sie behandeln?
Meniskusverletzungen treten vor allem bei Drehbewegungen des belasteten
Knies, wie zum Beispiel bei schnellen Richtungswechseln oder Stürzen, auf.
Bei diesen Bewegungen sind die Menisken sehr hohen Druck- und
Scherbelastungen ausgesetzt, die Belastung wird zu groß - der Meniskus
reißt. In Europa werden jährlich circa 355000 Meniskusverletzungen
behandelt. Abhängig vom Schweregrad der Verletzung können verschiedene
Risstypen unterschieden werden: Längsrisse, Radiärrisse, oder Lappenrisse.
Was bedeutet es, wenn der Meniskus entfernt wird?
Nach einer Entfernung des Meniskus erlangen die Patienten zwar rasch nach dem Eingriff ihre normale Kniefunktion wieder, wissenschaftliche Studien haben jedoch gezeigt, dass schon eine Teilentfernung des Meniskusgewebe den Kontaktdruck auf die Gelenkoberflächen um mehr als das 3-fache erhöhen kann und die Knorpelflächen des Ober- und Unterschenkels dabei direkt aufeinander reiben. Nach einiger Zeit wird der Knorpel so geschädigt, daß bei einem Grossteil der Operierten eine Kniearthrose, mit starken Schmerzen und erheblichen Bewegungseinschränkungen auftritt. Da Arthrose nicht heilbar ist, werden etwa ein Viertel der Patienten längerfristig ein künstliches Kniegelenk benötigen. Um dies zu verhindern, sollte versucht werden, so viel Meniskusgewebe wie möglich zu erhalten.