Kreuzbänder, Kreuzbandverletzungen und Kreuzbandersatz

Das Kniegelenk ist in seiner Funktionsweise das komplizierteste und das am meisten beanspruchte Gelenk. Bänder, Menisken,und Gelenkkapsel spielen mit den Muskeln perfekt zusammen und gewährleisten eine so problemlose Funktion. Durch zunehmende sportliche Betätigung treten Verletzungen des Kniegelenkes immer häufiger auf. Zum Glück haben sich aber auch die Operationsmethoden so gewandelt, daß viele Eingriffe heute weniger problematisch oder durch neue Techniken sogar erst möglich geworden sind. Mit Hilfe der Arthroskopie (Gelenkspiegelung) kann der Operateur viele Verletzungen am Kniegelenk behandeln.Der Kreuzbandersatz


Die Kreuzbänder (vorderes und hinteres Kreuzband) dienen der Stabilisierung des Kniegelenkes. Sie verhindern, daß Ober- und Unterschenkel wie eine Schublade aufeinander gleiten. Ist ein Kreuzband gerissen, so können gut trainierte Muskeln einen Teil der Arbeit übernehmen, es entsteht jedoch eine Instabilität, die auf die Dauer zu gravierenden Schäden im Kniegelenk führen können. Aus diesem Grunde sollte bei jungen und/oder sportlichen Menschen, ein Kreuzbandriß frühzeitig operiert werden.


Künstliche Materialien haben sich als Ersatz nicht bewährt, heute wird eine Ersatzsehne eingesetzt, die vom Patienten selbst stammt. Entweder wird ein Teil der Kniescheibensehne oder eine Sehne von der Oberschenkelinnenseite verwendet. Beide Methoden sind tausende Male mit großem Erfolg durchgeführt worden und können als Standard bezeichnet werden. Die gesamte Operation erfolgt arthroskopisch d.h. ohne Eröffnung des Gelenkes, so daß auch kosmetisch ein gutes Ergebnis erzielt wird.


Der Operateur entscheidet je nach Patient welche der beiden Sehnen er verwenden wird. Er entnimmt die Sehne und zieht diese durch einen Bohrkanal, der durch Schienebein und Oberschenkel geführt wurde. Anschließend wird das neue „Kreuzband" fixiert. Zur Fixierung gibt es unterschiedliche Methoden. Sehr bewährt hat sich die Fixierung mit einer bioresorbierbaren Schraube, die das neue Band fest mit dem Knochen verankert. Nachdem Sehen und Knochen fest miteinander verwachsen ist, löst sich die Schraube einfach auf. Da diese Schrauben aus Milchsäure bestehen, sind die Abbauprodukte dem Körper „bekannt". Sie werden in normalen Stoffwechselprozessen zu Kohlendioxyd und Wasser abgebaut.


Nach der Operation erfolgt eine Nachbehandlung, die mit dem Operateur abgestimmt ist. Eine Teilbelastung ist in der Regel bereits in den ersten Tagen möglich. Schon bald kann mit einer Bewegungsschiene und gezielter Krankengymnastik mit Beweglichkeitsübungen begonnen werden. Nach etwa 2-3 Wochen ist dann eine volle Belastung und ein gezieltes vorsichtiges Training zum Aufbau der Muskulatur möglich. Nach etwa 12 Wochen kann mit leichtem Lauftraining begonnen.


....und in ein paar Monaten ist diese Zeit längst vergessen.