Vorbereitung ist wichtig
Terminsache: Wann ist die Operation?
Zunächst müssen Sie sich zu einem ersten Beratungsgespräch im Krankenhaus anmelden. Hierbei ist man Ihnen gern in der Arztpraxis behilflich. Wenn bereits Röntgenbilder vom betroffenen Gelenk existieren, nehmen Sie diese bitte mit zum Vorstellungsgespräch beim Klinikarzt. Er bespricht mit Ihnen dann das weiterer Vorgehen, unter anderem auch den konkreten Operationstermin - je nach Dringlichkeit früher oder auch erst in einigen Monaten. Anhand der Untersuchungsergebnisse und Röntgenbilder legt der Klinikarzt auch die für Sie richtige Endoprothese und deren Verankerung im Knochen fest. Alle weiteren Termine finden dann rechtzeitig vor dem Operationstermin statt.
Den zeitlichen Spielraum vor der Operation sollten Sie zur Vorbereitung aktiv nutzen. So ist es zum Beispiel hilfreich, Ihr Zuhause für die Zeit nach der Operation herzurichten. Vielleicht sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt über die Möglichkeit von Krankengymnastik vor der Operation.
Wohnungs-Check
Es gibt einige Möglichkeiten, Ihr Zuhause so zu gestalten, dass Sie sich möglichst rasch und problemlos in den Alltag einfinden können.
1. Hauseingang
Hier können Sie überprüfen, ob er Eingangsbereich Ihnen Stolperfallenstellen könnte, zum Beispiel lose Fußmatten.
2. Treppenhaus
Ausgetretene Treppen können durch rutschfeste Beläge ausgebessert werden. Mit Argwohn zu betrachten sind auch Treppen, an denen ein Geländer mit Handlauf fehlt.
3. Flur
Ideal wäre es, sich im Flur eine Sitzgelegenheit zu schaffen. Zentrale Ablagen für Schlüssel oder Post können Ihnen unnötige Wege ersparen.
4. Telefon
Wenn das Telefon klingelt und man es eilig hat... kann schon einmal was passieren. Überlegen Sie eventuell die Anschaffung eines schnurlosen Telefons, damit Sie nicht in Eile lange Wege gehen müssen.
5. Bad und WC
Rutschige Läufer können Stolperfallen sein. Handgriffe für den Einstieg in die Badewanne sind sehr hilfreich. Für niedrige Toiletten gibt es Aufsätzen, die sie sich vorübergehend leihen können.
6. Schlafzimmer
Ihr Bett sollte leicht zugänglich sein und eine bequeme Sitzhöhe aufweisen. Eventuell können Sie eine zusätzliche Matratze einlegen. Wenn Sie den Lichtschalter nicht vom Bett aus bedienen können, legen Sie sich eine Taschenlampe auf die Ablage des Bettes.
7. Küche
In der Küche sollten Sie Gegenstände, die Sie häufig brauchen z.B. Töpfe, Pfannen und Geschirr in Griffhöhe räumen. Ein Servierwagen hilft Ihnen unnötige Wege zu vemeiden. Bereits vorgekochte und tiefgekühlte Speisen, die Sie später nur aufwärmen müssen, können Ihnen in den ersten Wochen etwas Küchenarbeit abnehmen.
8. Wohnzimmer
Stolperfallen, wie z.B. lose Kabel oder Teppichkanten am besten entfernen. Dicke Teppiche mit wulstigen Kanten könnten Sie vielleicht in den ersten Wochen aus den Weg räumen.
Allgemeinzustand: was können Sie tun?
Schaffen Sie die besten Voraussetzungen für Ihre Endoprothese. Dazu gehört die Verbesserung des Allgemeinzustandes.
1. Brauchen Sie eine Diät?
Übergewicht stellt schon für ein gesundes Gelenk eine enorme Belastung dar. Für ein krankes oder künstliches Gelenk ist es eine zusätzliche, vermeidbare Last. Eine Reduzierung von fetthaltigen Lebensmitteln, Süßigkeiten sowie Alkohol und der Verzicht auf Tabak und Zigaretten ist sinnvoll. Bevorzugen Sie kalorienarme Kost mit frischem Gemüse, Obst, Getreide- und Milchprodukten.
2. Krankengymnastik: Schon vor der Operation?
Schon von der Operation ist Krankengymnastik sinnvoll, da gezielte Übungen den Muskelaufbau fördern und so eine stabile Umgebung für Ihr künstliches Gelenk schaffen. Auch wenn Sie Schmerzen haben, sollten Sie ihr Bein bewegen. Gerade die automatische Schonhaltung wirkt sich nachteilig auf ihre Muskulatur aus. Patienten erlangen nach der Operation oft schneller wieder ein gute Beweglichkeit, wenn Sie bereits vorher eine gezielte Krankengymnastik durchgeführt haben.
3. Allergien: nur in seltenen Fällen
In Ausnahmefällen treten Allergien gegen bestimmte Materialien auf. Falls Sie allergische Reaktionen gegen Nickel oder Chrom (Schmuck, Brillen, Spangen, Knöpfe oder Reißverschlüsse) zeigen, sollten Sie Ihre Ärzte darüber so früh wie möglich unterrichten. Auch andere Allergien (z.B. Antibiotika, Pflaster, Jod usw.) sollten Sie bekannt geben und den Allergie-Pass vorlegen.
4. Medikamente
Nehmen Sie Medikamente ein? Zum Beispiel Schmerzmittel, gerinnungshemmende Mittel, Beruhigungs- oder Schlafmittel, Hormontabletten oder Medikamente gegen Diabetes? Eine regelmäßige Einnahme von Aspirin kann ein erhöhtes Blutungsrisiko bedeuten. Informieren Sie deshalb rechtzeitig Ihren Arzt über die Einnahme all Ihrer Medikamente. Zur späteren stationären Aufnahme im Krankenhaus nehmen Sie bitte am besten eine Medikamentenliste mit Dosierungstabelle aller Medikamente mit, die Sie in den letzten 3 bis 4 Wochen eingenommen haben.